Phil war mit einem zwei Flammen Gaskocher, Pfannen und Töpfen für meine Kochlust bestens gerüstet. Ich war heil froh, dass er nicht gebackene Bohnen aus der Dose und Spagetti zu seinen Hauptmahlzeiten bevorzugte. Diese zählen zu den Standards unter den Backpackern, da günstig und simpel. All zu viel Kocherfahrung hatte er in seinen 31 Jahren während seiner Zeit im Internat und als Student nicht gesammelt. Seit er das Kiten angefangen hat, vor ca. 2 Jahre, ernährt er sich aber bewusster. So war er offen für neues und fand Spaß an meinen Essensvorschlägen und lernte unter mir z.Bsp. die Zubereitung von Spiegelei, Couscous oder Süßkartoffeln. Zum Glück sind die Brüder Aldi im Staat NSW aktiv und so konnten wir fast alle drei Tage dort einkaufen. Eine große Kühlbox war im Camper nicht, deshalb mussten wir immer planen wann wir was einkaufen. Dank Aldi konnten wir uns wenigstens ein wenig günstiger versorgen, als in den australischen Supermarktketten. Gemeinsam bereiteten wir echt richtig abwechslungsreiche und sehr sehr leckeres Essen zu und das alles auf dem kleinen Campingkocher.
Nur selten blieb der Gaskocher im Camper. Dann schlemmten wir aber so richtig, fang frischer Fisch,
scharfes indisches Lamm in Canberra und sogar Hühnchen mit Gemüse aus dem heißen Erdloch.
Letzteres wurde von unseren neugewonnenen australischen Dadys zubereitet. Nach zwei Tagen in denen ich nur mit Phil geredet hatte, brauchte ich mal wieder Kontakt zu anderen. So ging ich einfach zu unseren Nachbarn am Campingplatz und sagte hello how are you. Auf Anhieb kamen wir ins Gespräche, Sie fanden großen Spaß an uns und wir an ihren Geschichten. Fünf Freunde, um die 50 alle Australier nähe Sydney, machten eine Woche Männerurlaub auf dem Campingplatz. Sie verbrachten die Zeit mit Fischen, Ausflügen und sehr viel Bier, Wein und Essen. Einer davon konnte sogar ein wenig deutsch. Er arbeitete jahrelang in einem deutschen Restaurant. Am ersten Abend wurden wir auf Biere und am zweiten sogar zum Abendessen eingeladen. Nicht nur auf Grund Ihren Geschichten und die Bewirtung taufte ich sie Dadys. Sie checkten unseren Camper durch. Schließlich fuhren wir bei heißen Temperaturen und streckenweise sehr staubigen und holprigen Wegen, da war ich über den prüfenden und erfahrenden Blick froh. Phil war zwar ein guter Autofahrer, doch er hatte noch nie selbst an einem Auto den Wasser-, u. Ölstand kontrolliert oder einen Reifen gewechselt. Ich hatte schon von der australischen Gastfreundschaft zu Reisenden gehört. Nach diesen unvergesslichen Stunden mit der Männergruppe kann ich dies nur bestätigen.
